Sinn und Zweck der Bestimmung der Futtermengen (Wintervorrat)
Ziel ist natürlich, ausreichend Futter als Wintervorrat einzufüttern. Bei zu geringem Futtervorrat wird ein verhungern der Völker im zeitigen Frühjahr riskiert.
Bei zu viel eingefüttertem Futter bleiben zur Auswinterung zu viele Futterwaben übrig. Bienenfutter kostet Geld und die überschüssigen Futterwaben müssen auch noch gelagert werden. Daher benutze ich einen Futterrechner und bestimme regelmäßig den Futtervorrat in der Auffütterungsphase (Sommer/Herbst) sowie den Futterverbrauch im Winter/Frühjahr. Durch die Gewichtskontrolle in der Auffütterungsphase erkenne ich, ob noch eine späte Tracht eingetragen wird, sodass die Futtergabe entsprechend reduziert werden kann.
Futtermenge (Wintervorrat) bei meinen Dadantvölkern ca. 14-16 kg (12er Dadant Beute mit 10 Waben plus Schied),
bei meinen Ablegern ca 8-10 kg (6er Dadant Ablegerbeute mit 5 Waben plus Schied)
Das Fütterungsende mit Futtersirup liegt üblicherweise zwischen dem 3. und 10. Oktober. Sobald keine Spättracht mehr eingetragen wird (ca. Mitte bis Ende Oktober), erfolgt eine Schlußmessung zur Bestimmung der finalen Futtermenge (Referenzwert) im Volk. Bei zu wenig Futtervorrat im Volk füttere ich natürlich noch etwas nach oder tausche aus einem Volk mit zu viel Futter eine Futterwabe.
Im November / Dezember wiege ich meine Völker ca. alle 3 Wochen ab Mitte Januar wöchentlich. Mit der Kofferwaage geht das ganze recht fix. Gewichtsabnahme zeigt auch an daß das Volk noch lebt.
Mit der Anwendung des Futterrechners konnte ich ein Verhungern von Völkern bisher erfolgreich vermeiden.
Methoden zur Futtermengenerfassung und Prüfung des Futterstatus:
1. Die intuitive Methode :
(für sehr fortgeschrittene Imker geeignet)
- Futtermenge ermitteln durch:
Beute hinten anheben und es passt oder es passt nicht.
2. Die faktenbasierte Methode :
(für Anfänger und für Zahlenfreaks geeignet)
- Futtermenge ermitteln durch:
Wiegen und berechnen, dabei kann der Futterrechner im Stockkartentool eine Hilfe sein.
Leergewicht der Beute ermitteln
1. Variante
Wiege vor dem Einschlagen des Volkes das Gesamt-Leergewicht mit allen seinen Beutenteilen und den Rähmchen usw.
Trage diesen Wert über die Datenbank in den Futterrechner als einen Wert (zB. 33.5 Kg) ein.
Die geschätzte Bienenmasse muss seperat eingetragen werden. Die Bienenmasse wird im Herbst und Winter natürlich weniger, und muss entsprechend angepasst werden. (10.000 Bienen ca 1 Kg)
Nachteil: Das exakte Gewicht der Beute ändert sich zB. durch Wegfall des Fütteres oder einer Zarge.
(diese Variante birgt größere Messfehler)
2.Variante
Das Gewicht jedes Beutenteils wird erfasst. So lässt sich das tatsächliche Leergewicht der Beute über den Futterrechner genauer bestimmen, auch bei Änderungen der Beutenkonfiguration. Das tatsächliche Gesamtgewicht der Beute inklusive aller Beutenteile wird bei Änderungen der Beutenkonfiguration im Futterrechner optimal berechnet. Dies ist wichtig zur Bestimmung des Futtervorrats.
Mein Tipp:
Die Gewichte der einzelnen Beutenteile schrittweise mit der Kofferwaage erfassen und direkt auf die Beutenteile schreiben. Anschließend die Werte in die Datenbank (Spalte 1 + 2) eintragen. Da die Gewichte je nach Hersteller variieren, können über das Drop-Down-Menü oder mit dem Beutenkonfigurator des Futterrechners die passenden Daten für jede Beute induviduell aus der Datenbank ausgewählt und in den Futterrechner übernommen werden.
Dies ist am Anfang etwas mehr Arbeit aber das Bestimmen des Futtervorrats mit dem Futterrechner gestaltet sich danach recht einfach. Änderungen in der Beutenkonfiguration kann auf diese Weise im Futterrechner schnell angepasst werden. Die Messgenauigkeit für das Leergewicht der Beute ist dadurch deutlich höher.

Mein Tipp:
Fasse minimal unterschiedliche Gewichte zusammen
(runde auf oder ab).
Ein Beispiel:
Ein Beuten Holzdeckel wiegt 2,33 Kg ein anderer 2,47 Kg ,da nehme ich den Mittelwert 2,4 kg.
Für beide Holzdeckel und schreibe in die Datenbank Holzaussendeckel (Typ 2,4 kg)
Eine minimale Gewichtsabweichung spielt keine so große Rolle. Da ich zum Teil vier unterschiedlich schwere Holzaussendeckel unterschiedlicher Hersteller nutze, gibt es bei mir zB. Holzaussendeckel Typ 2,4 , Typ 2,7 , Typ 3,0 und Typ 3,5. Somit bleibt die Katalogisierung der Gewichte übersichtlicher.
ein Beispiel für Futterrecher sh. unten auf dieser Seite
Datenbank
Wichtig vor der Nutzung des Futterrechners.
Alle Daten, Bezeichnungen und Gewichte sind in der "datenbank" (Tabelle) aufgelistet, nur dort können die Daten (Begriffe und Gewichte) eintragen oder geändert und somit an die eigenen Bedürfnisse anpasst werden.
Wichtig: In der "datenbank" sind in der Downloadversion die Gewichte meiner Beutenteile eingetragen, bitte diese an die eigenen erfassten Daten anpassen.

Im Futterrechner können die Daten aus der Datenbank über das DropDown Menü oder mit dfem Beutenkonfigurator in den Futterrechner übertragen werden.
Futterrechner-Beutenkonfigurator (neu ab 2026)
Neu in der Version 2026 ist der Futterrechner-Beutenkonfigurator zur einfacheren Konfiguration des Futterrechners.

Mit dem Beutenkonfigurator lässt sich das Beutengewicht, bestehend aus den einzelnen Beutenteilen, einfach konfigurieren. Der Konfigurator greift dabei auf die Datenbanktabelle zu. Eine Beutenkonfiguration kann zudem bequem vom einen auf das andere Volk übertragen werden.
Das DropDown Menü (Auswahlliste)

Die Gewichtsangaben lassen sich ebenfalls aus der Datenbank über das Drop-Down-Menü in den Futterrechner übertragen. Dadurch lässt sich auch die Beutenkonfiguration erstellen und bequem anpassen.
Hinweis: Info zum Fehler #NV / bitte unter Tips & Tricks nachsehen
Mit der Kofferwaage das Beuten-Gewicht erfassen.

Futtermenge in der Beute mit der Kofferwaage erfassen und berechnen. Die Beute beim Wiegen aber nur 1cm anheben. Die Daten in den Wiegezettel eintragen und von dort in den Futterrechner.
Wichtig: Bitte links und rechts wiegen da die Gewichtsverteilung sehr unterschiedlich sein kann, je nachdem wo das Volk sitzt. Nur auf einer Seite wiegen und mal 2 nehmen, ergibt ein falsches Gewicht. Die Zugrichtung (Kofferwaage) möglichst parallel zur Beutenwand.
(ich wiege die Beute natürlich ohne den Stein auf dem Beutendeckel)
Dateneingabe der erfassten Gewichte

Ein Tipp:
Nutze das Daten-Eingabefeld zum vereinfachten Übertragen deiner erfassten Wiegedaten in die Stockkarte und in die Futterübersicht (unter der "Checkliste" gibt es einen Button "Wiegedatenerfassung" zum ausdrucken, damit du am Bienenstand die Daten händisch eintragen kannst) Nach der Übertragung der Daten eines Volkes wechselt dieser Button die Farbe von blau nach grau.
Hinweis:
Beim Starten der Dateneingabe werden die alten Werte aus dem Futterrechner der Stockkarten ausgelesen und in den gelben Feldern anzeigt.
Futtermenge im Volk mit Hilfe des Futterrechner bestimmen.
Wird der Futterrechner mit allen Beutenteilen korrekt konfiguriert, wird auch das Leergewicht der Beute (ohne Futter) genau berechnet.
Die Beschriftungen im Futterrechner erklären die Bedeutung der Zahlen.
Im unteren Teil der Tabelle dürfen nur in den rot makierten Felder Zahlen eingetragen werden.

Berechnung des Futtervorrats
"Beutengewicht & Futter komplett" minus
"Beutengewicht komplett ohne Futter"
ergibt die "errechnete Futtermenge im Volk"
"Futtermenge noch fehlend" in der Auffütterungsphase
oder
"Futtermenge bereits verbraucht" in der Überwinterungsphase,
wird in der gleichen entsprechenden Zelle errechnet.
In der Aufütterungsphase trage bitte deine "geplante Futtermenge" in die entsprechende Zelle ein. ( zB. 15 Kg )
Bei der Schlußmessung ca. Ende Oktober, wird der tatsächliche Futtervorrat für die Überwinterung erfasst und in die Zelle "Futtermenge zum Fütterungsende" (blaue Schrift) eingetragen. (zB. 16,7 Kg)
Die Futtermenge wird über den Referenzwert der Schlußmessung in Prozent umgerechnet.
Eingefüttertes Futter plus späte Tracht ergibt den tatsächlichen Winterfuttervorrat (Referenzwert) für das Volk bis zur Auswinterung.
Falls ein Futtermangel eintreten sollte, kann noch rechtzeitig eine Notfütterung erfolgen um ein Verhungern des Bienenvolkes bis zur Auswinterung zu verhindern.
Diese Daten werden automatisch auch in die Stockkarte, die Ministockkarte und in die Tabelle Futtergewichte übertragen.
Wie ein Messfehler entstehen kann (sh.Bild)

etwas Physik: Korrekturfaktor eventuell nötig oder nicht ?
Je nach Beutentyp ist der Messfehler geringer oder höher. Der Schwerpunkt wird durch die Bauweise beeinflußt. Das Hebelgesetz ist dann zu beachten. Der Kipppunkt für die Messung sollte theoretisch am Ende des roten Pfeils sein. Jedoch ist der Kippunkt am unteren gelben Pfeil. Dadurch ergibt sich ein Messfehler.
(ich wiege die Beute natürlich ohne den Stein auf dem Beutendeckel ! )
Korrekturfaktor ermittelen um den Messfehler auszugleichen. (für Zahlenfreaks)
Die Messung mit der Kofferwaage führt im Vergleich zur Messung mit der Stockwaage dazu, dass das Gesamtbeutengewicht zu niedrig berechnet wird. (Ich habe auch nur unter einem Volk eine Stockwaage)
Durch den Korrekturfaktor wird das Gesamtgewicht der Beute inklusive des Futters bei der Messung mit der Kofferwaage entsprechend höher berechnet, sodass die tatsächliche Futtermenge korrekter erfasst wird.
Je nach Beutentyp kann der Messfehler bei der Stockwaage im Vergleich zur Kofferwaage 1–2 kg betragen.
Korrekturfaktor = Fehlerkorrektur, führt dazu, dass die berechnete bzw. angezeigte Futtermenge entsprechend höher ausfällt.
Der Korrekturfaktor für meine Dadantbeute, habe ich mit meiner Stockwaage in Vergleich mit einer Messung mit der Kofferwaage berechnet.
Für jeden Beutentyp ist der Korrekturfaktor etwas anders und kann nur durch eine Vergleichsmessung berechnet werden.
Hinweis:
Es kann auch ohne Korrekturfaktor gearbeitet werden
Somit kann der Korrekturfaktor auch auf " 1 " gelassen werden.
Dabei ist zu beachten dass die Futtermenge im Futterrechner entsprechend etwas zu niedrig berrechnet wird.
Beispiel mit meiner 12er Dadantkiste (Formel Korrekturfaktor)

Beispielmessung
Messung Stockwaage 35,7
Messung mit Kofferwwage 32,4
Korrekturfaktor 1,09 ( ca. 9 % Messfehler)

Es gibt zwei Möglichkeiten den Korrekturfaktor in den Futterrechner zu übertragen.
- 1. Möglichkeit: über das Eingabefeld im Futterrechner
- 2. Möglichkeit: direkt in die Zelle (Korrekturfaktor händisch eintragen)

Hinweis:
Über die Funktionsleiste in jeder Stockkarte, lässt sich der Futterrechner in jeder Stockkarte ein- und ausblenden. (wenn Futterrechner nicht benötigt wird)
Hinweis:
auf der Startseite unter Werkzeug 2 lassen sich die Futterrechner aller Stockkarten gleichzeitig ein-und ausblenden. Ausserhalb der Fütterungs-und Futterverbrauchsphasen wird der Futterrechner nicht benötigt und kann deshalb ausgeblendet werden. Die eingetragenen Daten bleiben aber erhalten.
Futterstatus als Tabelle und Grafik

Futtermengen Tabelle verschafft einen Überblick
Stand 01.01.2026